Erweiterung ZuVH mit Akutsprechstunde

Die Diagnose eines schweren Herzfehlers beim ungeborenen Kind trifft Eltern oft völlig unvorbereitet. In einem Moment, der eigentlich von Vorfreude geprägt sein sollte, beginnt eine Zeit voller Angst, Unsicherheit und Fragen: Wie schwer ist der Herzfehler? Wird mein Kind operiert werden müssen? Was kommt auf unsere Familie zu?

Bisher mussten viele Eltern nach der Diagnose zunächst selbst nach psychologischer Unterstützung suchen – oft mit langen Wartezeiten. Genau hier setzt das Projekt des Zentrums univentrikuläres Herz (ZUVH) am Deutschen Herzzentrum München an.

Künftig erhalten betroffene Eltern direkt nach der Pränataldiagnose psychologische Unterstützung vor Ort. Die Psychologin Dr. Annika Freiberger ist an den Tagen der pränatalen Untersuchungen im Herzzentrum und kann Familien unmittelbar nach einer schwerwiegenden Diagnose auffangen, stabilisieren und auf die nächsten Schritte vorbereiten.

So entsteht Unterstützung genau dann, wenn sie am dringendsten gebraucht wird – noch vor der Geburt und von Anfang an.

Studienziele auf einen Blick

  • Stabilisierung der Versorgungsqualität für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern
  • Schließung der Versorgungslücke in der psychologischen Begleitung unmittelbar nach Pränataldiagnose
  • Langfristige psychosoziale Entlastung betroffener Familien
  • Aufbau eines interdisziplinären, vernetzten Versorgungsmodells als Grundlage für das Gesundheitszentrum

Daten & Fakten

Ausführlicher Projekttitel Fortführung und Ausbau der Unterstützung der Arbeit des ZUVH vor dem Hintergrund der Erweiterung des Zentrums hin zu einem Gesundheitszentrum für Patienten mit angeborenen Herzfehlern aller Altersgruppen
Projektnummer P-M-016/2026
Projektlaufzeit 01.08.26 – 31.07.2028
Fördervolumen 191.419,25 €
Projektstandort ZuVH, Deutsches Herzzentrum München

„Eine pränatale Herzdiagnose trifft Eltern in einem Moment absoluter Verletzlichkeit. Sie erhalten die Nachricht im Ultraschallraum und gehen dann nach Hause, allein mit dieser Information und der Angst davor, was kommt. Das muss nicht so sein. Wenn psychologische Unterstützung dort verfügbar ist, wo die Diagnose gestellt wird, kann sie im entscheidenden Augenblick greifen. Das wochenlange Warten
auf einen Therapieplatz, der vielleicht gar nicht zu finden ist, wird damit abgefangen.“

Dr. phil. Annika Freiberger
Psychologin und Gesundheitswissenschaftlerin
Zentrum univentrikuläres Herz, Deutsches Herzzentrum
München