Einblicke ins ungeborene Leben – vorgeburtliche Erkennung von Herzfehlern

Fetales Kardio MRT – Neue hochauflösende Bildgebung im Mutterleib

Schematische Darstellung der fetalen Kardio-MRT

Rund eines von 100 Neugeborenen kommt in Deutschland mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Je komplexer ein Herzfehler ist, desto wichtiger ist es, bereits im Mutterleib möglichst viele Details und Informationen über den individuellen Herzfehler des Kindes zu erhalten.

Angeborene Herzfehler frühzeitig erkennen

Je besser der Herzfehler bereits im Mutterleib erkannt werden kann, desto besser kann die werdende Familie über die Möglichkeiten einer medizinischen Versorgung informiert werden. Mithilfe möglichst genauer Informationen vor der Geburt kann der Arzt die Familie über das Leben des Kindes mit einem angeborenen Herzfehler informieren und auf Basis einer umfassenden kinderkardiologischen Aufklärung die nächsten Schritte planen.

Bisher keine zuverlässige Früherkennung

Leider wird in Deutschland im Rahmen der frauenärztlichen Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen nur ca. die Hälfte aller angeborenen Herzfehler vorgeburtlich erkannt oder umfassend beschrieben. Ein Grund hierfür ist die teilweise sehr untersucher- aber auch kindslageabhängige Methode der Ultraschalluntersuchung.

Wendet beispielsweise das Kind dem Frauenarzt bei den Vorsorgeuntersuchungen den Rücken zu, ist das kleine Herz möglicherweise nur unzureichend darstellbar und ein möglicher Herzfehler aufgrund eines schlechten „Schallfensters“ nicht erkennbar oder nicht alle wichtigen Aspekte des Herzfehlers darstellbar.

Unsere Lösung:

Forscher

PD. Dr. Steinmetz und T. Otto bei einer MRT Untersuchung

Eine neuere, vom „Schallfenster“ unabhängige Methode ist die Magnetresonanztomographie oder MRT des Herzens (Kardio MRT). Diese wird bei Babys, Kindern und Erwachsenen bereits in der Routine für die Herzbildgebung angewendet. Aufgrund des technischen Fortschritts ist diese Untersuchung nun auch beim ungeborenen Kind im Mutterleib sicher durchführbar als sogenannte „fetale Kardio MRT“.

Dabei kann mit hoher Auflösung das Herz aus jedem beliebigen Blickwinkel dargestellt werden und alle notwendigen Informationen zu einem angeborenen Herzfehler gesammelt.

Ein früher und genauer Blick ins kleine Herz ermöglicht die Früherkennung komplexer Herzfehler bereits vor der Geburt. Helfen Sie kinderherzen dabei, die optimale Behandlung kleiner Herzpatienten frühzeitig zu planen!

kinderherzen-Forschung

Prävention zum Wohle der Herzkinder

An der Universitätsmedizin Göttingen erforscht kinderherzen mit Hilfe einer wissenschaftlichen Studie diese hochauflösende neue Herzbildgebung für ungeborene Kinder. Im Rahmen der Studie soll die Qualität der fetalen Kardio MRT in der Diagnosestellung eines angeborenen Herzfehlers mit dem momentanen „Goldstandard“, der fetalen Ultraschalluntersuchung, verglichen werden. Ziel ist es, die  vorgeburtliche Feststellung eines Herzfehlers zu verbessern, damit nach der Geburt eine optimale Weiterversorgung des neugeborenen Kindes geplant werden kann.

Daten und Fakten

Ausführlicher Titel Klinische Evaluation der fetalen kardiovaskulären- MRT mittels MRT-kompatibler Doppler Ultraschall Triggerung zur pränatalen Diagnostik angeborener Herz- und Gefäßfehlbildungen
Projekt-Nr. W-GÖ-013/2018
Laufzeit September 2018 bis Februar 2021
Standort Universitätsmedizin Göttingen Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin
Kosten 169.752 Euro
Dr. Michael Steinmetz

kinderherzen-Experte Priv. Doz. Dr. Michael Steinmetz

„Mit der fetalen Kardio MRT gelingt uns ein früher und genauer Blick ins kindliche Herz. Dies ermöglicht es, komplexe Herzfehler früher und genauer vor der Geburt zu erkennen und hilft bei der Planung der
optimalen Behandlung des Kindes nach der Geburt.“

Priv. Doz. Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin